Über uns
UNIAKTIV – Zentrum für gesellschaftliches Lernen und soziale Verantwortung – steht für eine aktive Form des Lernens an Hochschulen und die Verbindung von universitärer Lehre mit gesellschaftlicher Verantwortung. Mit UNIAKTIV gestaltet die Universität Duisburg-Essen (UDE) den Dialog mit der Zivilgesellschaft und setzt sich dafür ein, gesellschaftliche Verantwortung und gesellschaftliches Engagement von Studierenden und Lehrenden zu fördern und in die universitäre Lehre einzubinden. Zu diesem Zweck berät und vermittelt UNIAKTIV Studierende in Kooperation mit der Ehrenamt Agentur Essen e.V. in individuelle gesellschaftliche Engagements. Ausgehend von dem in den USA erfolgreich angewendeten Konzept Service Learning initiiert und koordiniert UNIAKTIV darüber hinaus Lehrveranstaltungen, in denen Fachwissen und Schlüsselkompetenzen in sozialen, kulturellen und ökologischen Handlungsfeldern erworben, vertieft und/oder praktisch angewendet werden. Über 1.200 Studierende und über 40 Lehrende haben an der UDE bislang knapp 75 Service Learning-Seminare und Projekte mit gesellschaftlichem Bezug umgesetzt. Rund 200 gemeinnützige Einrichtungen konnten von den hieraus erbrachten Dienstleistungen profitieren.
Gegründet wurde UNIAKTIV im Jahr 2005 von Prof. Dr. Wolfgang Stark, Leiter des Labors für Organisationsentwicklung (OrgLab) an der Universität Duisburg-Essen. Bis zum Jahr 2009 wurde das Projekt von der Stiftung Mercator gefördert. UNIAKTIV ist an beiden Standorten der Universität (Duisburg und Essen) mit einer Anlaufstelle vertreten.
Was ist freiwilliges gesellschaftliches Engagement?
Studierende können im Rahmen eines begleiteten freiwilligen Engagements wichtige Schlüsselkompetenzen erwerben. Für einen bestimmten Zeitraum arbeiten sie in sozialen Einrichtungen (z.B. für alte, kranke oder behinderte Menschen, mit Obdachlosen, mit Kindern in Schulen und Stadtteilen), in ökologischen oder sozialkulturellen Projekten (z.B. Veranstaltungs-management). Dabei können u.a. auch bereits durch die Universität unterstützte regionale und internationale Projekte (z.B. Sustainable Development Group der Universität Duisburg-Essen, UNICEF-Hochschulgruppe, Students In Free Enterprise) genutzt werden. Bei Bedarf werden die Studierenden auf ihr Freiwilligenengagement vorbereitet und begleitet. Ein Auswertungsseminar sichert die Nachhaltigkeit der gesammelten Erfahrungen.
Auf diese Weise erhalten die Studierenden die Chance, ihre personalen und sozialen Kompetenzen durch ein Lernen in „fremden“ Lebenswelten zu stärken. Dies betrifft vor allem die Kommunikationsfähigkeit, die Fähigkeit Bindungen aufzubauen, Konflikte zu managen bzw. zu lösen, Kooperations- und Teamkompetenzen zu stärken sowie mit eigenen und fremden Emotionen umzugehen. Ein Zertifikat dokumentiert und erkennt das Engagement der Studierenden an. Freiwilliges Engagement ergänzt damit das Qualifikationsprofil und ist in zunehmendem Maße bewerbungsrelevant.
Was ist Service Learning?
Service Learning ist ein in den USA erprobtes, für deutsche Universitäten jedoch relativ neues Konzept, das sich für alle Fachrichtungen eignet. In seinem Grundsatz zielt Service Learning auf die Verbindung von universitärem Lernen (Learning) und einem Dienst am Gemeinwesen (Service), d.h.: Studierende lernen in und an der Bearbeitung eines konkreten zivilgesellschaftlichen Bedarfs. In Form gemeinnütziger Einrichtungen oder Akteure profitiert das Gemeinwesen im Gegenzug von dem Service der Studierenden. So können z.B. Studierende der Betriebswirtschaftslehre beim Controlling von Gemeindeeinrichtungen behilflich sein oder Marketingkonzepte für soziale Projekte entwickeln, während Physikstudenten lernschwachen Schülern ihr Fach näher bringen. Service Learning kann vielfältige Formen annehmen, abhängig vom konkreten Bedarf des Gemeinwesens und den Lernzielen.
Als hochschuldidaktisches Konzept erfährt Service Learning zunehmend Anerkennung und Verbreitung. 2009 wurde deshalb das Hochschulnetzwerk „Bildung durch Verantwortung“ gegründet, das Interessierte in Bezug auf die Einführung und Umsetzung von Service Learning an Hochschulen berät und unterstützt.



