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Essen-Katernberg: Ein schöner Stadtteil?! - Interdisziplinäres Seminar startet im Wintersemester 2008/2009

Dienstag, 07 Oktober 2008 19:37


 

Das Essener Forum Baukommunikation e.V. plant die Fortführung der bereits in den letzten Jahren begonnenen interdisziplinären Studentenseminare, begleitend zum Jahresthema 2007 „Schöne Stadt“. Ziel des Seminars ist die Integration von unterschiedlichen wissenschaftlichen Disziplinen in eine konkrete Planungsaufgabe und die Kommunikation zwischen den beteiligten Disziplinen. Die Studenten sollen Impulse geben und innovative Planungen im Sinne der Leitidee „Schöne Stadt“ erarbeiten und damit in der Folge auch zur gestalterischen, sozialen, ökonomischen Aufwertung des Stadtteils beitragen. Dazu erhalten die Studenten von allen beteiligten Fachdisziplinen themenbezogene Inputs, interdisziplinäre Workshopangebote und Betreuung.

Täglich hat der Mensch Umgang mit Schönheit: Riesige Werbeplakate wollen Schönheit für unsere Körper verkaufen, damit wir erfolgreicher und begehrenswerter sind. Auch Städte wollen schön sein – so jedenfalls beschwören es die Reiseführer. Aber welche Stadt ist denn nun wirklich die „Barbie-Puppe“ der Stadtplaner? Und welche Metropolregion ist schöner – London oder die Stadtlandschaft der Kulturhauptstadt 2010 zwischen Duisburg und Dortmund? Schönheit hat viele Facetten und diesen will das interdisziplinäre Seminar am Beispiel des Essener Stadtteils Katernberg auf den Grund gehen. Auch Fragen wie „inwiefern beeinflusst der kulturelle und designorientierte Gewerbepark seinen umliegenden Stadtteil? Und umgekehrt: Bremst die Lage im sozial schwachen Stadtteil die Entwicklungsdynamik auf Zollverein?“ werden sich die Studierenden in diesem Seminar annehmen.

Die Entwicklung des Stadtteils Katernberg als sechster Stadtteil des Essener Nordens war stets gekoppelt an die Zeche Zollverein und ihre Entwicklung. Mit den Jahren nach der Schließung der Zeche und der Kokerei entwickelte sich der Stadtteil zu einem „sozialen Brennpunkt“. Seit den späten 80er Jahren prägen in Katernberg soziale Probleme das Bild des Alltags. Neben den Problemen von Arbeitslosigkeit, Perspektivlosigkeit, sozialen Schwächen, einer hohen Kriminalitätsrate, einer mangelhaften Wohnsituation ist heute auch die Integration der nichtdeutschen Bevölkerung eine konkrete Aufgabe. Etwa 26% der Bewohner Katernbergs haben einen Migrationshintergrund.

Ziel des Seminars ist die Integration von unterschiedlichen wissenschaftlichen Disziplinen in eine konkrete Planungsaufgabe und die Kommunikation zwischen den beteiligten Disziplinen. Die Studenten sollen Impulse geben und innovative Planungen im Sinne der Leitidee „Schöne Stadt“ praktisch erarbeiten und damit in der Folge auch zur gestalterischen, sozialen, ökonomischen Aufwertung des Stadtteils beitragen. Wie kann dieser Stadtteil aufgewertet werden? Wird er überhaupt als schöner Stadtteil wahrgenommen? Dazu erhalten die Studenten von allen beteiligten Fachdisziplinen themenbezogene Inputs, interdisziplinäre Workshops und Betreuung. Die Ergebnisse des Seminars werden im Frühjahr 2009 in einer Ausstellung der Öffentlichkeit präsentiert werden.

Das Seminar ist ein Kooperationsprojekt des Institutes für Stadtplanung und Städtebau, des Institutes für Philosophie der Universität Duisburg-Essen, des Institutes Soziologie und des Studiengangs Angewandte Kognitions- und Medienwissenschaften, UNIAKTIV - dem Zentrum für gesellschaftliches Lernen und soziale Verantwortung an der Universität Duisburg-Essen - und dem Fachbereich Architektur der Fachhochschule Bochum. Etwa 120 Studierenden werden an diesem Seminar teilnehmen.

Die erste Auftaktveranstaltung findet am Freitag, den 31.10.08, um 10 Uhr in der Halle 6 der Zeche Zollverein statt. Anmeldungen für dieses Seminar sind über UNIAKTIV unter info@uniaktiv.org oder 0201-183-2220 möglich.

 

UNIAKTIV ist ein Projekt der Universität Duisburg-Essen, das sich zum Ziel gesetzt hat, bürgerschaftliches Engagement unter den Studierenden der Hochschule zu fördern und in die universitäre Lehre zu integrieren. UNIAKTIV wird von der Stiftung Mercator gefördert.