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Raus aus dem Elfenbeinturm! - Die Regio-ELF-Auftaktveranstaltung Uni Regio

Wednesday, 16. of November 2011 16:23


Die Universität Duisburg-Essen setzt weiter auf bürgerschaftliches Engagement. Mit dem Programm „Regio ELF“, das am Montag, den 14.11. eröffnet worden ist, geht sie dabei neue Wege.

Unter dem Motto „Engagement für die Region – Gemeinsam Verantwortung übernehmen“ ist am Montag, den 14.11. das Programm „Regio ELF“ eröffnet worden. Dies geschah im feierlichen Rahmen der Veranstaltung „Uni Regio“ in der Weststadthalle Essen. Die Veranstalter von der Universität Duisburg-Essen (UDE) und UNIAKTIV, dem Zentrum für gesellschaftliches Lernen und soziale Verantwortung der UDE, die das Programm in Auftrag gegeben respektive entwickelt haben, wollen mit „Regio ELF“ etwas in Deutschland bisher Neuartiges realisieren, so Projektleiter Karsten Altenschmidt. Neben der schon erprobten Anwendung universitären Wissens in der Zivilgesellschaft über Service-Learning-Projekte sollen nun gesellschaftliche Partner über Community Based Research aktiv in Forschungsprozesse einbezogen werden, bei denen der direkte Nutzen für die Zivilgesellschaft im Zentrum steht. „Es geht darum, für die nähere Umgebung und die Gesellschaft relevante Frage aufzugreifen und praktische Lösungen zu finden, mit der und für die Community!“, so Altenschmidt weiter.

Das von Prof. Dr. Wolfgang Stark geleitete Programm „Regio ELF“ ist ein ausgewähltes und gefördertes Konzept des Wettbewerbs „Mehr als Forschung und Lehre!“ von Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft und Stiftung Mercator. Als eines von sechs Konzepten ist „Regio ELF“ Anfang 2011 in Berlin ausgezeichnet worden.

 

Mit dem Ansatz aktiver regionaler Partnerschaft geht Regio ELF einen Weg weiter, den die UDE schon vor einiger Zeit begonnen hat. Rektor Prof. Dr. Ulrich Radtke unterstrich die Bedeutung der Engagement-Strategie der UDE für die UDE selbst und für die sie umgebende Gesellschaft. Die UDE spiele, so Radtke, eine entscheidende Rolle bei der Gestaltung der Zukunftschancen dieser Region und setze daher nicht nur auf Exzellenz in Forschung und Lehre, sondern vor allem auf Exzellenz in Sachen gesellschaftlicher Teilhabe. „Regio ELF“, dessen Bewerbung Radtke in Berlin persönlich begleitet und unterstützt hatte, sei eine Möglichkeit, den Dialog mit der Gesellschaft und ihren Vertretern zu vertiefen und verfestigen, mit dem Ziel die demografischen, ökologischen, bildungssoziologischen und wirtschaftlichen Herausforderungen des westlichen Ruhrgebiets gemeinsam anzugehen und zu bewältigen.


Zwei zentrale Themen, die durch „Regio ELF“ in den kommenden Jahren bearbeiten werden sollen, sind Bildung und Nachhaltigkeit. Beide Themen wurden den Besuchern der Veranstaltung in speziellen Ideenworkshops nähergebracht, um einen niedrigschwelligen Zugang zu den komplexen und großen Themenbereichen zu ermöglichen. Die Teilnehmer der Workshops, viele davon in Non-Profit-Organisationen beschäftigt, sollten diese Begriffe erst einmal definieren und dann auf ihren Arbeitsbereich beziehen, um anschließend nach Wegen und Schnittstellen suchen, diese Themengebiete zusammen mit der Universität zu bearbeiten. Workshopleiterin und UNIAKTIV-Mitarbeiterin Christina Gärtner sagte, die Workshops seien ein voller Erfolg gewesen. „Selbst in der kurzen Zeit, die uns für die Workshops zur Verfügung stand, sind schon viele interessante Ansätze zur Zusammenarbeit entstanden, die wir sicher weiter verfolgen werden“, so Gärtners positives Resümee.

Im Anschluss an die Workshops wurde der UNIAKTIV-Preis 2011 verliehen. Der Preis wird seit 2008 von der UDE und UNIAKTIV verliehen, um Studierende, Lehrende und Non-Profit-Organisationen zu ehren, die sich aus der Universität heraus bürgerschaftlich engagieren. Die Preisträger der Kategorie Studierende sind im diesem Jahr Bernd Ahrens, Tatjana Domke, Benjamin Klör, Boris Lewin, Bernd Löber, Rebekka Schmalenbach, Irene Seib und Sascha Trudrung. In der Kategorie Lehrende hat Dr. Cornelia Arend Steinebach den Preis erhalten. In der Kategorie Non-Profit-Organisationen hat dieses Jahr der Verein VKJ (Verein für Kinder und Jugendarbeit in sozialen Brennpunkten Ruhrgebiet e.V.) bekommen. (Nähere Infos zum UNIAKTIV-Preis 2011 und den Preisträgern finden sie hier).

Die Preisträger, sagte Prorektorin Prof.‘in Dr. Klammer, seien schon einen Teil des Weges gegangen, den die UDE mit „Regio ELF“ weiter zu beschreiten suche. Dieser Weg, soziale Verantwortung aus der Universität heraus zu entwickeln, ist ein wichtiger und vorbildlicher Ansatz, der auch auf allen Ebenen der Politik begrüßt wird. Dies haben Dr. Sandra Scheermesser aus dem Ministerium Innovation, Wissenschaft und Forschung des Landes NRW, sowie Günter Berndmeyer, der Leiter des Büros Stadtentwicklung Essen und Janina Krüger, Geschäftsführerin der Ehrenamt Agentur Essen, zusammen mit anderen in einer Podiumsdiskussion bestätigt. Diskussionsteilnehmer Klaus Bremen, Geschäftsbereichsleiter des Paritätischen NRW, sagte, gerade in Zeiten wie diesen, die von der Krise geprägt seien, würde besonders deutlich wie wichtig es sei, den Studierenden schon früh ein Gefühl für soziale Verantwortung mitzugeben. „Regio ELF“ sei, neben UNIAKTIV und anderen Initiativen der UDE, der richtige Schritt in diese Richtung.